Ein Parkettboden wird verlegt, wird über Jahrzehnte begangen, trägt Spuren – und landet bei der nächsten Renovierung meist im Container. Fisch & Tisch fängt genau an diesem Punkt an. Der Familienbetrieb aus Asslar rettet ausrangierte Böden und macht daraus Tische. Was sonst entsorgt würde, bekommt eine zweite, längere Nutzung.
Für uns ist das eine der ehrlichsten Formen von Kreislauf, die wir kennen. Kein Material wird neu geschlagen, keine Geschichte übertüncht. Der Boden bleibt sichtbar das, was er war – und darf trotzdem weiterleben.
Handwerk mit Herkunft: Möbel aus geretteten Parkettböden
2022, ein Fischgrätboden in einer Jugendstilvilla bei Jena: Aus dessen Aufarbeitung entstand die Idee, die heute eine ganze Werkstatt trägt. Was als einzelnes Projekt begann, ist inzwischen Handwerk mit Herkunft. Turnhallen, historische Gebäude und alte Wohnhäuser geben ihr Holz nicht auf, sondern in neue Hände.
Fisch & Tisch versteht Handwerk dabei nicht nur als Technik, sondern als Haltung. In der eigenen Werkstatt wird jede Diele gehobelt, geschliffen und geölt, bis ihre ursprüngliche Maserung wieder sichtbar wird. Weil das Ausgangsmaterial aus bereits genutzten Böden stammt, fällt jedes Stück anders aus – Maserung, Verlegemuster, kleine Gebrauchsspuren. Kein Tisch gleicht dem anderen, jeder ist ein Unikat. Entstehen können eckige, runde, ovale und freigeformte Platten, ganz nach Ausgangsmaterial und Wunsch.
Tische aus recyceltem Eichenparkett: drei Beispiele
So unterschiedlich das Ergebnis aussieht – dahinter steht immer derselbe Gedanke: ein geretteter Boden wird zum Möbel. Drei Beispiele zeigen die Bandbreite.
Der Couchtisch aus Turnhallenboden. Die Platte dieses runden Couchtisches entsteht aus Eichenparkett, das aus einer alten Turnhalle gerettet wurde. Das Besondere: Die originalen Bodenmarkierungen der Halle bleiben erhalten. Wo früher Linien für Spielfelder verliefen, ziehen sich jetzt farbige Spuren über die Tischplatte – nicht kaschiert, sondern bewusst zum Teil des Möbels gemacht. Getragen wird die Platte von einem schlichten Metallgestell. Erhältlich in drei Größen (Ø 60, 70 und 80 cm), ab 600 €. → Zum Couchtisch aus Turnhallenboden
Der Couchtisch mit Fischgrätmuster. Ruhiger, klassischer, ganz ohne Markierungen: Hier wird das gerettete Eichenparkett im namensgebenden Fischgrätmuster neu verlegt. Die geölte Oberfläche betont die natürliche Maserung, statt sie unter Lack verschwinden zu lassen. Auf einem Holzgestell wirkt der Tisch warm und zurückhaltend – ein Stück, das sich in fast jeden Raum einfügt. Ø 60 cm, 600 €. → Zum runden Couchtisch mit Fischgrätmuster
Der Esstisch auf Vintage-USM-Haller-Gestell. Hier trifft gerettetes Holz auf einen wiederverwendeten Designklassiker. Die eckige Platte ist als Schachbrettmuster aus wiederverwendetem Eichenparkett und Meranti gearbeitet und steht auf einem gebrauchten, verchromten USM-Haller-Gestell. Zweimal Kreislauf in einem Möbel: das Holz aus einem alten Boden, das Gestell aus einem zweiten Leben. Mit 175 × 75 cm ein Esstisch, der einen Raum trägt – handgefertigtes Unikat, 2.490 €. → Zum Esstisch mit Schachbrettmuster

Für welchen Raum welcher Tisch?
Die drei Stücke decken zwei typische Situationen ab. Für das Wohnzimmer sind die beiden runden Couchtische gedacht: Sie kommen ohne Ecken aus und passen dadurch auch in kleinere Räume oder eine Leseecke. Der Turnhallenboden-Tisch ist in drei Durchmessern erhältlich, sodass du ihn an die Sitzgruppe anpassen kannst; der Fischgrät-Couchtisch ist mit seiner ruhigen Optik das zurückhaltendere Gegenstück.
Für den Essplatz ist der eckige Esstisch auf USM-Haller-Gestell gemacht – mit 175 × 75 cm trägt er einen ganzen Raum. Als grobe Orientierung für die Größe gelten rund 60 cm Breite und mindestens 40 cm Tiefe pro Person. Bei runden Tischen sitzen an 90 cm Durchmesser vier Personen, ab sechs Personen empfehlen sich 120 cm, ab acht Personen 150 cm. Und weil jeder Tisch ohnehin einzeln entsteht, lässt sich die Größe auf Wunsch genau an deinen Raum anpassen.
Woran man gutes Upcycling-Holz erkennt
Nicht überall, wo „nachhaltig" draufsteht, steckt echtes Recycling drin. Ein paar Anhaltspunkte, an denen sich gute Möbel aus wiederverwendetem Holz erkennen lassen:
Massivholz statt furnierter Platte – Vollholz lässt sich über Generationen abschleifen, neu ölen und reparieren; eine furnierte Spanplatte nicht. Nachvollziehbare Herkunft – lässt sich sagen, aus welchem Boden oder Gebäude das Holz stammt? Bei Fisch & Tisch sind das Turnhallen, historische Gebäude und Jugendstilvillen. Sichtbare Spuren statt kaschierter Perfektion – Gebrauchsspuren, Markierungen und Farbunterschiede sind ein Zeichen echter Wiederverwendung, nicht ein Makel. Und echtes Handwerk – einzeln gefertigt, geölt statt dick lackiert, sodass die Maserung sichtbar bleibt und das Stück reparierbar ist.
Wer auf diese Punkte achtet, kauft ein Möbel, das nicht nur heute gut aussieht, sondern in zwanzig Jahren noch aufgearbeitet werden kann.
Pflege: wie eine geölte Tischplatte lange schön bleibt
Die meisten Fisch-&-Tisch-Tische haben eine geölte Oberfläche – und die hat einen großen Vorteil gegenüber Lack: Sie ist reparierbar. Im Alltag genügt es, die Platte mit einem leicht feuchten Tuch abzuwischen; auf aggressive Reiniger solltest du verzichten. Ein schichtbildendes Öl, das bei der Bestellung wählbar ist, beugt Wasserflecken zusätzlich vor. Werden einzelne Stellen mit der Zeit matt oder bekommen einen Kratzer, lässt sich die Fläche einfach nachölen – etwas, das bei lackierten Oberflächen so nicht möglich ist. So bleibt der Tisch über Jahre schön und kann bei Bedarf immer wieder aufgefrischt werden.
Mehr als Möbel: Tische als Treffpunkt
Ein Tisch ist der Ort, an dem Menschen zusammenkommen – diesen Gedanken denkt Fisch & Tisch über die einzelne Bestellung hinaus. So entstehen auch Tische und Thekenplatten für öffentliche Orte: für das Café Pottblümchen im Hagener Museumsquartier etwa, oder als Teil von Fabrikat89, einer kuratierten Ausstellung auf der Kölner Ehrenstraße. Mit dem eigenen Format „Fisch & Tisch Dinner" wird die Idee konsequent zu Ende gebracht: An wechselnden Orten wird an genau den Tischen gegessen, die vorher in der Werkstatt entstanden sind.

Jeder Tisch beginnt mit einem Gespräch
Weil kein Boden dem anderen gleicht, ist auch kein Tisch von der Stange. Form, Verlegemuster, Größe, Ölfinish und Gestell werden individuell abgestimmt, bevor die Fertigung beginnt. Man kann alles festlegen oder einzelne Punkte offenlassen – Fisch & Tisch meldet sich, klärt die Details persönlich und macht ein Angebot. Geliefert wird bevorzugt persönlich und vor Ort aufgebaut – ohne Bohren, ohne komplizierte Montage.
Warum wir mit Fisch & Tisch arbeiten
Es ist ein Paradebeispiel für eine Welt zirkulärer Rohstoffe. Echtes Holz hat einen beeindruckenden Lebenslauf – erst war es Parkett, jetzt ein Tisch, und man kann nur spekulieren, was künftige Generationen einmal daraus machen. Rohstoffe sind nicht vergänglich, sie wechseln lediglich ihre Form.
Genau das meinen wir, wenn wir sagen: Zukunft braucht Dinge, die bleiben dürfen. Diese Tische sind fast eine wörtliche Übersetzung dieses Satzes – Material, das kurz vor dem Ende stand, wird zu etwas, das über Jahre bleibt und dabei erzählt, woher es kommt. Kein anonymes Neuholz, sondern ein Boden mit Biografie, aufgearbeitet in Handarbeit in Deutschland.
Genau dafür kuratieren wir: gutes Design, ehrlich erklärt, gemacht, um zu bleiben.