Unsere Definition, Kriterien & Beispiele
Nachhaltiges Design ist ein Begriff, der heute häufig verwendet wird – und genauso häufig unterschiedlich verstanden wird. Für uns bei mingbud ist nachhaltiges Design kein festes Regelwerk und kein Marketinglabel, sondern eine bewusste Haltung gegenüber Gestaltung, Produktion und Nutzung.
Wir beschäftigen uns seit Jahren mit der Frage, wie Produkte entstehen sollten, die nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen. In diesem Artikel erklären wir, wie wir nachhaltiges Design verstehen, warum dieses Verständnis für uns relevant ist und welche Kriterien dabei eine Rolle spielen.
Unser Verständnis von nachhaltigem Design
Wenn wir von nachhaltigem Design sprechen, meinen wir nicht nur das fertige Produkt. Für uns beginnt nachhaltiges Design vor dem ersten Entwurf – mit der Frage, welche Auswirkungen ein Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg hat.
Nachhaltiges Design bedeutet für uns:
- Ressourcen bewusst und sparsam einzusetzen
- Verantwortung für Materialien und Herstellungsprozesse zu übernehmen
- Produkte so zu gestalten, dass sie langfristig genutzt werden können
Es geht dabei nicht um Perfektion, sondern um informierte, transparente Entscheidungen, die Gestaltung und Verantwortung miteinander verbinden.
Warum dieses Verständnis für uns wichtig ist
Design prägt, wie wir leben, arbeiten und konsumieren. Gleichzeitig entscheidet Design darüber, wie viel Material eingesetzt wird, wie lange Produkte genutzt werden und was am Ende mit ihnen passiert.
Wir erleben immer wieder, dass viele Produkte:
- für kurze Nutzungszyklen entworfen werden
- schwer reparierbar sind
- ihre Herkunft nicht offenlegen
Unser Verständnis von nachhaltigem Design setzt hier bewusst einen Kontrapunkt:
Weniger Austausch, mehr Bestand. Weniger Versprechen, mehr Substanz.

Die Kriterien, an denen wir nachhaltiges Design messen
Nachhaltiges Design lässt sich für uns nicht an einem einzelnen Merkmal festmachen. Entscheidend ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die wir bei der Auswahl und Einordnung von Produkten berücksichtigen.
1. Materialien mit Verantwortung einsetzen
Wir achten darauf, dass Materialien:
- langlebig und hochwertig sind
- aus verantwortungsvollen Quellen stammen
- recycelt oder recycelbar sind, wo es sinnvoll ist
Dabei ist uns wichtig, dass Materialien nicht nur benannt, sondern auch erklärt werden. Herkunft, Verarbeitung und Eigenschaften gehören für uns untrennbar dazu.
2. Transparente und faire Produktion
Nachhaltiges Design endet für uns nicht beim Entwurf.
Wir legen Wert auf:
- nachvollziehbare Produktionsorte
- faire Arbeitsbedingungen
- klare Aussagen zu Lieferketten und Fertigung
Transparenz ist für uns kein Zusatz, sondern eine Voraussetzung, um Produkte glaubwürdig einordnen zu können.
3. Langlebigkeit als zentrales Designprinzip
Ein Produkt kann aus unserer Sicht nur dann nachhaltig sein, wenn es genutzt wird – und zwar über einen langen Zeitraum. Deshalb schätzen wir:
- zeitloses, zurückhaltendes Design
- hochwertige Verarbeitung
- Konstruktionen, die Reparatur und Pflege ermöglichen
Ein Produkt, das bleibt, ist für uns nachhaltiger als eines, das schnell ersetzt wird.
4. Zirkuläres Denken von Anfang an
Wir bevorzugen Produkte, bei denen bereits im Design mitgedacht wird:
- Was passiert nach der Nutzung?
- Können Materialien getrennt werden?
- Ist Wiederverwendung oder Rückführung in den Kreislauf möglich?
Zirkularität bedeutet für uns, Produkte nicht als Endpunkt zu verstehen, sondern als Teil eines größeren Kreislaufs.
5. Ehrlichkeit statt Nachhaltigkeitsversprechen
Nicht jedes Produkt muss alles können. Uns ist wichtig, dass:
- Stärken und Grenzen offen kommuniziert werden
- Nachhaltigkeit nicht überzeichnet wird
- Entscheidungen nachvollziehbar bleiben
Wir glauben, dass ehrliche Einordnung langfristig mehr bewirkt als große Versprechen.

Beispiele für nachhaltiges Design aus unserer Sicht
Nachhaltiges Design zeigt sich für uns nicht in einem bestimmten Stil, sondern in der Art, wie Produkte gedacht und genutzt werden:
- Möbel, die modular aufgebaut und reparierbar sind
- Leuchten, deren Materialien langlebig oder recycelt sind
- Wohnaccessoires, die bewusst reduziert gestaltet sind und sich langfristig integrieren lassen
Gemeinsam ist diesen Produkten nicht ihre Optik, sondern ihre Nutzungslogik und ihr Anspruch auf Bestand.
Warum wir nachhaltiges Design klar von Greenwashing abgrenzen
Gerade weil nachhaltiges Design kein geschützter Begriff ist, wird er oft inflationär genutzt. Für uns beginnt Greenwashing dort, wo:
- Nachhaltigkeit behauptet, aber nicht erklärt wird
- einzelne Aspekte hervorgehoben werden, während andere ausgeblendet bleiben
- Transparenz fehlt oder vage bleibt
Unser Anspruch ist es, Produkte so einzuordnen, dass Entscheidungen bewusst, informiert und nachvollziehbargetroffen werden können.
Warum wir trotz ReUse-Fokus neue Produkte zeigen
Hinter mingbud steht die designdirektive – ein Unternehmen, das sich intensiv mit ReUse, Wiederverwendung und zirkulären Prozessen beschäftigt. Ein großer Teil unserer Arbeit besteht darin, bestehende Produkte, Materialien und Möbel im Kreislauf zu halten und ihnen ein zweites Leben zu geben.
Warum also ein Shop für neue Produkte?
Für uns ist die Antwort klar:
Wir glauben nicht an Entweder-oder, sondern an sinnvolle Ergänzungen.
Neues Design als bewusste Ergänzung, nicht als Ersatz
Nicht alles lässt sich durch Wiederverwendung lösen. Neue Anforderungen, neue Nutzungen und neue Kontexte brauchen manchmal auch neue Lösungen. Aus unserer Sicht hat neues Design deshalb weiterhin seine Berechtigung – wenn es verantwortungsvoll gedacht ist.
Das bedeutet für uns:
- Neue Produkte sollen nicht bestehende ersetzen, sondern dort ansetzen, wo es sie noch nicht gibt
- Sie sollen nicht auf Masse, sondern auf Qualität und Nutzung ausgelegt sein
- Ihre Herstellung sollte so gedacht sein, dass Produkte entweder sehr lange genutzt oder sauber in ihre Bestandteile getrennt werden können
Prinzipien wie Cradle-to-Cradle, Modularität oder sortenreine Trennbarkeit sind für uns dabei wichtige Leitplanken.
Zwischen Verantwortung und Ästhetik
Wir verstehen uns nicht nur als Gestalter, sondern auch als Ästheten.
Gutes Design darf – und soll – mit dem Zahn der Zeit gehen. Es darf sich weiterentwickeln, neue Formen finden, neue Materialien ausprobieren und Innovation zeigen.
Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht Stillstand oder Verzicht, sondern bewusste Gestaltung innerhalb klarer Grenzen.
Design, das Verantwortung übernimmt, darf dabei genauso zeitgemäß, inspirierend und schön sein.
mingbud als kuratierter Ort für bewusstes neues Design
Mit mingbud schaffen wir einen Ort, an dem neue Produkte zusammenkommen, die:
- abseits von Massenproduktion entstehen
- Ressourcen respektieren
- Kreativität und Innovation sichtbar machen
- Nachhaltigkeit nicht als Buzzword, sondern als Haltung verstehen
mingbud ist für uns die Ergänzung zu unserer ReUse-Arbeit – ein kuratierter Raum für neues Design, das seinen Platz im Kreislauf kennt.
Fazit: Nachhaltiges Design ist für uns eine bewusste Haltung
Nachhaltiges Design bedeutet für uns, Gestaltung nicht isoliert zu betrachten, sondern in ihrem gesamten Kontext. Es ist eine Einladung, Dinge wieder als das zu sehen, was sie sind: Ressourcen mit Wert.
Wer sich für nachhaltiges Design entscheidet, entscheidet sich aus unserer Sicht für Qualität, Verantwortung und langfristige Nutzung – und damit für eine andere Art, Räume und Produkte zu gestalten.